Dienstag, 28. August 2007

Der baldige Tod von Google - Ein Kommentar


Google hat alles, was eine erfolgreiche Firma braucht. Geld, glückliche Mitarbeiter, Kooperationsverträge mit allen Größen der Medienindustrie und eine Erfolgsgeschichte, wie sie die HiTec-Industrie liebt und nur allzu gerne erzählt. Google ist das, was man als ein Glückskind der Internet-Ära bezeichnen kann.

Doch, so muss man leider bemerken, sind schon viele Glückskind von ihrem Samtthron gestürzt und nicht selten sehr Tief gefallen. Wer erinnert sich nicht an Netscape, den einstigen Star der sogenannten New Economy, der hell strahlend am Firmament prangte und letztlich in der Bdeutungslosigkeit verschwand? Auch Broadcast.com, ein Multimedia-Dienstleister, der später von Yahoo! gekauft wurde, entfleuchte ins Nirvana und ward nimmer mehr gesehen.

Dass es Google ähnlich gehen wird, ist zwar schwer vorstellbar; aber kein Unternehmen ist für die Ewigkeit. Das ist nunmal so. Von den ursprünglichen Aktienwerten des Dow-Jones-Index ist etwa nur noch General Electric vorhanden. Alle anderen Unternehmen wurden aufgelöst, aufgekauft oder sind einfach nicht mehr wichtig.

Ein ebensolches Schicksal will Google nicht erleiden, weshalb man an der Festigung altbewährter und dem Aufbau neuer Einnahmequellen arbeitet.

Von jeher nährt sich Google aus dem Anzeigengeschäft im Internet – einer reichlichen aber auch wankelmütigen Geldquelle. Kunden gibt es genug, ebenso wie auch Konkurrenten, von denen jeder "die Wunderwaffe" aus dem Ärmel schütteln und damit Google das Wasser abgraben könnte.

Aus diesen und anderen Gründen wird Google regelmäßig der baldige Tod prognostiziert, wie es in den 90ern bei Microsoft der Fall gewesen war. Ein "Experte" hatte mal das Ableben des Begründers von Windows, Excel und Word für das Jahr 2000 vorhergesagt. Die Pleite des Riesen aus Redmond lässt, wie man sieht, immer noch auf sich warten.

Die letzten Prophezeiungen über Google hatten nun Christian DuMont Schütte, ein Verlagseigentümer, und Robert Scoble, Blogger und ehem. Technology Evangelist von Microsoft, gemacht. Beide sehen Google in knapp einer halben bis einer Dekade am Boden liegen.

Schütte meinte in der FAZ, dass der digitale Markt nicht, wie viele denken, schon aufgeteilt sei und habe daher an seinem fünfzigsten Geburtstag im Frühjahr habe eine These aufgestellt: "In zehn Jahren ist Google tot." Bestärkt fühle er sich hierbei etwa durch Beispiele wie eBay, das langsam etwas schwächelt als auch die allgemeine Kurzlebigkeit der Internetfirmen.

Robert Scoble gibt Google gar nur 4 Jahre Zeit und sagt, dass Facebook, Techmeme und Co. dem Unternehmen von Larry Page und Sergey Brin den Todesstoß versetzten werden. Die neuartigen Dienste würden den Nutzern differenziertere Ergebnisse, Quellen – und Communitys - liefern können, wodurch Google eine breite Nutzerschaft verlieren könnte. Dieses, so seine Annahme, wird die Suchmaschine über relativ kurze Zeit töten können.

Anschließen kann ich mich weder Christian DuMont Schütte noch Robert Scoble. Ich glaube, Google wird noch eine lange Zeit unter uns weilen. Entgegen eBay und Co. versucht sich Google nämlich auf ein breites Spektrum an Diensten zu spezialisieren, über welche zukünftig hohe Einnahmen generiert werden können - etwa Printwerbung, das Google Phone, Radio Werbung, Shared Storage etc. Und was Facebook und andere Dienste angeht: In der momentanen Situationen kann Google alle potentiellen Aufsteiger aufkaufen, die in Zukunft gefährlich werden könnten.

Von daher sehe ich keine Gefahr, dass Google untergeht.

Picture (CC) by Pathfinder Linden

Kommentare:

hebbet hat gesagt…

Glaube ich persönlich nicht

Anonym hat gesagt…

Meine Meinung. Ich will mich deinen Gedanken und Auführungen vollkommen anschließen. Was die beiden Herren da erzählen ist Bullshit.

Suchmaschinen News hat gesagt…

schick geschrieben Micha, ist nix mehr hinzuzufügen und ich war mal so frei Dich zu yiggen :)