Sonntag, 26. August 2007

Zentralrat der Juden will YouTube anzeigen

Es kommt weiterer rechtlicher Ärger auf YouTube zu. Diesmal aus Deutschland und zwar von Seiten des Zentralrat der Juden: Dieser erwägt Anzeige wegen Beihilfe zur Volksverhetzung zu erstatten, da bei Googles Videoportal antisemitisches Videomaterial als auch NS-Propagandafilme usw. gehostet sind.

Wie in einer Meldung des Focus zu lesen ist, finden sich bei YouTube unter anderem Filme wie "Jud Süß" als auch Clips mit indizierten Liedern wie "KuKluxKlan" und "Sturmführer in der SS".

Dass derartiges Material bei YouTube zu finden ist, das ist schon seit längerem bekannt. Und auch bei etlichen anderen Videoportalen sieht es nicht anders aus. Ein Problem ist hierbei, dass sowohl die Lieder als auch die genannten Videos in den USA (und zahlreichen anderen Ländern) zwar als moralisch bedenklich aber nichtsdestotrotz vollkommen legal eingestuft werden.

Dieses ist höchstwahrscheinlich auch der Grund, warum YouTube nicht auf die Forderungen von Jugendschutz.net reagierte.

Dass sich Google/YouTube nun mit diesem Problem auseinander setzten muss, ist meiner Ansicht nach vollkommen klar. Allerdings könnte dieses äußerst kompliziert werden: Denn einerseits ist es aus deutscher (und moralischer) Sicht unverantwortlich, dass YouTube nationalsozialistisches Material hostet, andererseits könnte dieses aus Sicht der USA als Zensur aufgefasst werden, wenn die Nazi-Videos verschwinden.

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