Samstag, 1. September 2007

Google hostet News nun selbst!

Wie im Google News Blog angekündigt wird, wird Google in Zukunft etliche Nachrichten direkt – also auf der eigenen Seite – hosten. Dieses werden Meldungen von den Nachrichtenagenturen AP (Associated Press), AFP (Agence France-Presse), der UK Press Association und der Canadian Press sein. Außer den nackten Meldungen sollen auch Bilder angezeigt und Videos oder auf Umfragen verlinkt werden.

Das ganze sieht dann in etwas so aus.

Außerdem merkt Google noch an, dass die angesprochenen Nachrichtenagenturen bisher nicht von den Traffic, den Google auf Seiten der Abnehmer lenkte, profitieren konnten. Dieses sei einer der Gründe für das Hosten bei Google. Dieses legt nahe, dass die Meldungen später eventuell mit Werbung versehen werden könnten ... denn nur so könnten die Agenturen tatsächlich "profitieren".

Google Calendar per Embedded-Code integrieren

Google Calendar soll man in Zukunft, wie auch seit kurzem Google Maps, einfach in Homepages, Blogs, etc. einfügen können. Wie Google System schreibt, wird das neue Feature nur Schrittweise eingeführt. Ich zum Beispiel komme noch nicht in den Genuss, Googles Kalender per Embedded-Code irgendwo integrieren zu können.

Freitag, 31. August 2007

Heute Ruhetag.

Heute ist mal Ruhetag. Oder zumindest so etwas in der Art.

Donnerstag, 30. August 2007

YouTube will Nazi-Videos löschen!

Google hat sich die Kritik aus Deutschland über Nazi-Videos auf YouTube offensichtlich zu Herzen genommen und will sämtliche derartige Filme schnellstmöglich entfernen. Google-Sprecher Kay Oberbeck sagte zu Stern.de, es sei selbstverständlich, dass YouTube Interesse daran hat, illegale und volksverhetzende Videos von der Plattform zu entfernen.

Darüber hinaus appelliere man an die YouTube-Nutzer, auf entsprechende Videos zu achten und diese zu melden. Hinweise würden Tag und Nacht von Mitarbeitern geprüft werden. Nichtsdestotrotz sei kein natürlich System perfekt und man müsse es in Zusammenarbeit mit den Nutzern noch weiter verbessern.

Oberbeck erklärte übrigens, auf die Frage, wie es eigentlich so weit kommen konnte, dass so viel Propaganda über Monate hinweg auf Youtube zu sehen war, den Punkt, den ich schon angesprochen hatte.

"Ein Aspekt ist sicherlich auch darin zu sehen, dass youtube.com eine amerikanische Plattform ist, die nicht in einer deutschen Version vorliegt. Prüfungen hinsichtlich der Illegalität von Videos erfolgen daher auch auf Grundlage der amerikanischen Rechtslegung."

Links und Lesenswertes ...

Google und Co. wegen Patentverletzung verklagt

Der Monat ist nicht mal ganz zu ende und schon hat Google die nächste Klage am Hals. Diesmal allerdings nicht alleine: Die texanische Firma Polaris IP verklagt neben Google nämlich auch Yahoo!, Amazon, Borders, AOL und IAC, da sie ein Patent zur kontextabhängigen Verarbeitung und Weiterleitung/Beantwortung von eMails verletzten würden. Oder wie es im Patent heißt "Automatic message interpretation and routing system".

Derartig funktionierende Systeme finden sich unter anderem in Mailinglisten und den automatisierten Kundendiensten größerer Firmen. So wird eine Mail (etwa auch bei Reiseveranstaltern) nach Keywords durchsucht (Beschwerde, untragbar, Klage etc.) und automatisch eine Antwort aus einem Pool aus vorgefertigten Schreiben ausgewählt, die dann an den Absender verschickt wird.

Die texanische Firma sieht durch solche Techniken eindeutig ihr Patent verletzt und verlangt von den Unternehmen Schadensersatz in unbekannter Höhe. Darüber hinaus soll die Nutzung der patentverletztenden Systeme umgehend eingestellt werden.

[via arstechnica]

Mittwoch, 29. August 2007

Google vs. Windows Live Search: Der ultimative Schlagabtausch!


In der Welt der Suchmaschinen tobt ein erbitterter Kampf: Google gegen Microsoft (Yahoo! kommt später): Der erfolgreiche Aufsteiger mit Quicky-Bunti-Logo aus Mountain View gegen den eingesessenen Milliarden-Moloch aus Redmond. Okay, diese Beschreibung mag etwas übertrieben sein ... aber so etwas verkauft sich eben besser.

Beide, Google und Microsoft, können sich nicht wirklich leiden; geht es doch schließlich um Marktanteile in Sachen Websuche und damit um nicht gerade geringe Beträge. Sowohl Google als auch Microsoft haben die finanziellen Möglichkeiten und die nötige Technik am Start: Doch wer hat nun die besseren Karten?

Welche ist die bessere Suchmaschine: Google oder Windows Live Search?

Hier mein subjektiver Vergleich und Schlagabtausch ...

Design und Aufbau:
Wenn man Google und Live Search so gegenüber stellt, könnte man fast meinen, dass man es mit Bruder und Schwester zu tun hat. Beide Suchmaschinen wirken äußerst asketisch; zeigen nur das Wichtigste an und gleichen sich im Grundaufbau wie ein Ei dem anderen.

Microsoft belästigt den Nutzer im Kampf um Marktanteile allerdings mit einer kleinen Leiste am oberen Rand, die fragt ob man Live Search nicht zum "Standardsuchdienst" machen wolle - nein Danke. Darüber hinaus wird unter der Suchmaske noch auf den MSN Messenger oder auch die Bildersuche verwiesen – nicht aufdringlich, aber auffallend. Vom Charme der alten MSN-Suche ist bei der Neuauflage von Microsofts Suchmaschine leider nicht viel übrig geblieben. Die Oberfläche wirkt irgendwie kühl und distanziert.

Zu Google muss man, glaub ich, nicht viel sagen. Manche Designer loben das Design, andere bezeichnen es als Unding und Teufels Werk. Wie man es auch sehen mag: Am Design von Google hat sich über die Jahre nicht viel geändert, was auch gut ist. Die wichtigsten Funktionen und Verweise werden als Text-Links angezeigt und bis auf das Logo findet sich kein einziges Bild auf der Seite. Wobei letzteres in seiner bunten Aufmachung spielerisch und fast schon etwas kindlich wirkt und Google so einen ganz eigenen Charme verleiht.

Index und Suchergebnisse:
Wichtiger als das Design ist jedoch, was unter der Haube steckt ... und das sind nun mal der Index und die Suchergebnisse. Und bei diesem Punkt sind die Unterschiede schon recht deutlich.

Zwar sind die Suchergebnisse qualitativ bei beiden Suchmaschinen auf einem sehr hohem und durchaus ähnlichen Niveau. In Sachen Ergebnisanzahl sieht das aber schon wieder ganz anders aus.

Bei einer Suche nach "GoogleFokus" listet Google knapp 18.600 Treffer, Live.com dagegen nur 220 (!). Ähnlich sieht's bei einer Suche nach "Google" – Google ca. 1.140.000.000, Live.com 63.481.225 Teffer – und "Bill Gates" aus – Google ca. 62.300.000 , Live.com 4.930.937 Teffer. Offensichtlich muss Live Search seinen Index noch etwas aufstocken, um in dieser Kategorie mit dem Platzhirsch mithalten zu können.

Nicht unbedingt nötig aber dennoch nett sind bei Google die "Verwandte(n) Suchvorgänge", welche je nach Begriff unter den Ergebnissen angezeigt werden oder auch nicht. Für Bill Gates schlägt Google etwa "Bill Gates Vermögen" oder auch " Bill Gates Haus" vor. Bei Live Search findet sich stattdessen ein Aufruf zur Mitarbeit an den Suchergebnissen: Hier kann man sowohl Spam melden, Suchergebnisse – also Seiten für den Index - vorschlagen aber auch Kritik loswerden. Ein lobenswertes Feature!

Bildersuche:
Während Google und Live Search bei der Websuche recht ähnlich arbeiteten und die Ergebnisse auf gleiche Weise präsentierten, werden die kleinen Unterschiede bei der Bildersuche noch etwas offensichtlicher.

Google zeigt sich simpel und präsentiert die gefundenen Bilder in guter alter HTML-Manier samt Infos wie Titel, Größe, Dateityp und Herkunftsdomain, während man sich bei der Suchmaschine aus Redmond modern gibt und mit Ajax protzt. Letzteres wirkt tatsächlich frisch und spritzig, ist aber nur bedingt benutzerfreundlich: So muss man zum Anzeigen der Größe, des Dateitypes und weiterer Informationen erst mit der Maus über das Bild fahren, welches anschließend hervorgehoben wird. Eine Unsitte, welche sich auch Google kurzzeitig angeeignet aber wenig später wieder entfernt hat. Gut so, Google!

Vorteilhaft hingegen ist bei Live Search die Zoom-Funktion, mit der die gefundenen Bilder skalieren kann. Auch das Endlos-Scrollen kann seine Vorteile haben, ist beim Wiederauffinden eines Bildes aber hinderlich – kompensiert wird das allerdings teilweise durch das Scratchpad, eine Ablage in der Bilder per Drag&Drop vermerkt werden können – sehr nett, wirklich. Darüber hinaus bietet die Bildersuche von Live Search bei der Suche nach Menschen die Option "Related People", in der thematisch verwandte Personen aufgeführt werden.

Die Qualität der Ergebnisse der Bildersuche der beiden Suchmaschinen ist auf einem ähnlichen und durchaus guten Level. Doch auch hier hapert es bei Microsoft an der Indexgröße: Die Suche nach "Google" fördert bei Google 62.100.000 Bilder zu Tage, wobei Live Search lediglich 1.999.152 ausfindig macht. Auch bei Bill Gates – Google 850.000 Bilder, Live.com 30.672 Bilder - liegt die Situation gleichartig.

News:
Machen wir's kurz. Microsoft, das war nix.

Personalisierte Startseite:
Sowohl Google als auch Live.com bieten eine personalisierte Startseite. Bei beiden, also iGoogle und Live.com, kann man Nachrichten- und Blog-Feeds einbinden, Emails abfragen und aus einer unüberschaubaren Anzahl von Gadgets wählen, die man über mehrere Tabs bzw. Registerkarten verteilen kann. Im Grunde sind Microsofts und Googles personalisierte Startseiten vom Aufbau und den Möglichkeiten her gleich. iGoogle bietet jedoch zusätzlich das Feature, die dröge Oberfläche mit verschiedenen Themes aufzupeppen und so eine heimliche Stimmung zu schaffen.

Glücklich werden, kann man mit beiden.

Fazit:
Microsoft schlägt sich in seinem Kampf gegen Google nicht schlecht. Sowohl Google als auch Live.com sind sehr gute Suchmaschinen und bieten im Vergleich zu anderen überdurchschnittlich viel. Allerdings sind die Jungs aus Mountain View bei vielem einen Schritt voraus und glänzen vor allem bei der Anzahl der Suchergebnisse.

Zugute halten muss man Microsoft aber auf jeden Fall, den Mut bei der Bildersuche Ajax einzusetzen, was gut aussieht aber in der jetzigen Umsetzung nicht gerade bei einer ernsthaften Suche hilfreich ist. Eine Überarbeitung (und Anzeige von Größe, Dateityp etc.) könnte das ganze um einiges verbessern.

Nichtsdestotrotz ist Google alles in allem einfach die (derzeit) bessere Suchmaschine.

AdSense: Blogger nun mit Inline Ads


Lange haben viele Blogger drauf gepocht, nun ist es soweit. Bei Googles Blog-Service Blogger kann man AdSense nun auch automatisch zwischen den einzelnen Postings schalten lassen.

Um die Anzeigen einzufügen muss in den Layout-Einstellungen den Punkt Blog-Posts auswählen und dort "Show Ads Between Posts" aktivieren. Anschließend kann man die Art und das Aussehen der Ads einstellen und auswählen, in welchem Rhythmus die AdSense-Blöcke gezeigt werden – "nach jedem 1" bis "nach jedem 5 Post" ist möglich.

Ich habe das ganze vorhin einmal ausprobiert und so ganz mochte dieses Feature nicht funktionieren. So wurde, egal was ich einstellte, der AdSense-Block nach dem ersten Post angezeigt – weitere Anzeigen fehlten, obwohl der Adsense-Block in der Sidebar eliminiert wurde.

Googler mögen Docs & Spreadsheets

Offensichtlich sind die Googler von ihrer eigenen Bürosoftware ziemlich überzeugt. Am Anfang, so schreibt mal im offiziellen Blog zu Docs & Spreadsheets, habe man daran gedacht, eine interne Werbekampagne für die Office-Alternative zu fahren.

Doch das sei nicht nötig gewesen. Von alleine wären etliche Googler zu Docs & Spreadsheets gepilgert, um die Anwendungen für ihre Arbeit zu nutzen. Im letzten Monat hätten knapp 96 Prozent aller Googler auf die Entwicklung aus dem eigenen Hause gesetzt und mittlerweile 370.000 Dokumente erstellt. Täglich würden knapp 3.000 neue hinzukommen.

Dienstag, 28. August 2007

Google kriegt seinen eigenen Astronauten

Laut Wired hat Google nun einen Angestellten der besonderen Art an Bord geholt: Den ehemaligen NASA-Astronauten Edward Tsang "Ed" Lu, der die amerikanische Raumfahrtbehörde erst im August `07 verlassen hat.

Lu hat schon mehrere Raumflüge hinter sich gebracht und lange Zeit Dienst auf der ISS getan. Auch bei einem Einsatz zur Versorgung der Raumstation Mir war er dabei gewesen.

Welche Position der ehemalige Astronaut bei Google besetzten soll, ist noch unbekannt. Möglicherweise wird er eine Stelle im Rahmen von GoogleScholar oder dem NASA-Google Space Act Agreement einnehmen, dessen Ziel es ist Daten und Bildmaterial der US-Raumfahrtbehörde durch Google aufzubereiten.

Der baldige Tod von Google - Ein Kommentar


Google hat alles, was eine erfolgreiche Firma braucht. Geld, glückliche Mitarbeiter, Kooperationsverträge mit allen Größen der Medienindustrie und eine Erfolgsgeschichte, wie sie die HiTec-Industrie liebt und nur allzu gerne erzählt. Google ist das, was man als ein Glückskind der Internet-Ära bezeichnen kann.

Doch, so muss man leider bemerken, sind schon viele Glückskind von ihrem Samtthron gestürzt und nicht selten sehr Tief gefallen. Wer erinnert sich nicht an Netscape, den einstigen Star der sogenannten New Economy, der hell strahlend am Firmament prangte und letztlich in der Bdeutungslosigkeit verschwand? Auch Broadcast.com, ein Multimedia-Dienstleister, der später von Yahoo! gekauft wurde, entfleuchte ins Nirvana und ward nimmer mehr gesehen.

Dass es Google ähnlich gehen wird, ist zwar schwer vorstellbar; aber kein Unternehmen ist für die Ewigkeit. Das ist nunmal so. Von den ursprünglichen Aktienwerten des Dow-Jones-Index ist etwa nur noch General Electric vorhanden. Alle anderen Unternehmen wurden aufgelöst, aufgekauft oder sind einfach nicht mehr wichtig.

Ein ebensolches Schicksal will Google nicht erleiden, weshalb man an der Festigung altbewährter und dem Aufbau neuer Einnahmequellen arbeitet.

Von jeher nährt sich Google aus dem Anzeigengeschäft im Internet – einer reichlichen aber auch wankelmütigen Geldquelle. Kunden gibt es genug, ebenso wie auch Konkurrenten, von denen jeder "die Wunderwaffe" aus dem Ärmel schütteln und damit Google das Wasser abgraben könnte.

Aus diesen und anderen Gründen wird Google regelmäßig der baldige Tod prognostiziert, wie es in den 90ern bei Microsoft der Fall gewesen war. Ein "Experte" hatte mal das Ableben des Begründers von Windows, Excel und Word für das Jahr 2000 vorhergesagt. Die Pleite des Riesen aus Redmond lässt, wie man sieht, immer noch auf sich warten.

Die letzten Prophezeiungen über Google hatten nun Christian DuMont Schütte, ein Verlagseigentümer, und Robert Scoble, Blogger und ehem. Technology Evangelist von Microsoft, gemacht. Beide sehen Google in knapp einer halben bis einer Dekade am Boden liegen.

Schütte meinte in der FAZ, dass der digitale Markt nicht, wie viele denken, schon aufgeteilt sei und habe daher an seinem fünfzigsten Geburtstag im Frühjahr habe eine These aufgestellt: "In zehn Jahren ist Google tot." Bestärkt fühle er sich hierbei etwa durch Beispiele wie eBay, das langsam etwas schwächelt als auch die allgemeine Kurzlebigkeit der Internetfirmen.

Robert Scoble gibt Google gar nur 4 Jahre Zeit und sagt, dass Facebook, Techmeme und Co. dem Unternehmen von Larry Page und Sergey Brin den Todesstoß versetzten werden. Die neuartigen Dienste würden den Nutzern differenziertere Ergebnisse, Quellen – und Communitys - liefern können, wodurch Google eine breite Nutzerschaft verlieren könnte. Dieses, so seine Annahme, wird die Suchmaschine über relativ kurze Zeit töten können.

Anschließen kann ich mich weder Christian DuMont Schütte noch Robert Scoble. Ich glaube, Google wird noch eine lange Zeit unter uns weilen. Entgegen eBay und Co. versucht sich Google nämlich auf ein breites Spektrum an Diensten zu spezialisieren, über welche zukünftig hohe Einnahmen generiert werden können - etwa Printwerbung, das Google Phone, Radio Werbung, Shared Storage etc. Und was Facebook und andere Dienste angeht: In der momentanen Situationen kann Google alle potentiellen Aufsteiger aufkaufen, die in Zukunft gefährlich werden könnten.

Von daher sehe ich keine Gefahr, dass Google untergeht.

Picture (CC) by Pathfinder Linden

ProSieben hat Angst vor Google

Gegenüber Finanznachrichten.de hat Guillaume de Posch, Vorstandschef der ProSiebenSat.1 Media AG, angegeben, dass man sich von Google bedroht fühlt. Die Jungs aus Mountain View hätten eine "Macht wie Microsoft vor 20 Jahren".

Ganz zu Unrecht ängstigen sich die Jungs von ProSieben und Co. nicht. Schließlich könnte die baldige Lokalisierung von YouTube in Deutsch den ProSieben-Videoportal MyVideo noch mehr die Suppe versalzen als bisher. Bom Abwandern der Fernsehzuschauer ins Internet ganz zu schweigen.

Sonntag, 26. August 2007

Zentralrat der Juden will YouTube anzeigen

Es kommt weiterer rechtlicher Ärger auf YouTube zu. Diesmal aus Deutschland und zwar von Seiten des Zentralrat der Juden: Dieser erwägt Anzeige wegen Beihilfe zur Volksverhetzung zu erstatten, da bei Googles Videoportal antisemitisches Videomaterial als auch NS-Propagandafilme usw. gehostet sind.

Wie in einer Meldung des Focus zu lesen ist, finden sich bei YouTube unter anderem Filme wie "Jud Süß" als auch Clips mit indizierten Liedern wie "KuKluxKlan" und "Sturmführer in der SS".

Dass derartiges Material bei YouTube zu finden ist, das ist schon seit längerem bekannt. Und auch bei etlichen anderen Videoportalen sieht es nicht anders aus. Ein Problem ist hierbei, dass sowohl die Lieder als auch die genannten Videos in den USA (und zahlreichen anderen Ländern) zwar als moralisch bedenklich aber nichtsdestotrotz vollkommen legal eingestuft werden.

Dieses ist höchstwahrscheinlich auch der Grund, warum YouTube nicht auf die Forderungen von Jugendschutz.net reagierte.

Dass sich Google/YouTube nun mit diesem Problem auseinander setzten muss, ist meiner Ansicht nach vollkommen klar. Allerdings könnte dieses äußerst kompliziert werden: Denn einerseits ist es aus deutscher (und moralischer) Sicht unverantwortlich, dass YouTube nationalsozialistisches Material hostet, andererseits könnte dieses aus Sicht der USA als Zensur aufgefasst werden, wenn die Nazi-Videos verschwinden.

Googleville: Googles neustes Data Center



Bei der Information Week findet sich derzeit eine nette Bildergalerie zu Googles Data Center in The Dalles, Oregon. Das dortige Data Center besteht aus zwei riesigen Gebäuden und zwei Kühleinrichtungen, welche das Überleben von knapp 450.000 Servern sichern sollen.

Aus Spaß wurde nahe dem Data Center, bei einem kleinen Laden, ein Schild mit dem Schriftzug Googleville aufgestellt.

Picture (CC) by ahockley